Herausforderung Selbständigkeit

Die heutige Arbeitswelt ist immer mehr Aufgaben und immer weniger Stellen bezogen. Es kann sich niemand mehr darauf verlassen über mehrere Jahre im gleichen Unternehmen oder der gleichen Organisation beschäftigt sein zu können. In jedem Job wird Flexibilität und Anpassungsfähigkeit verlangt. Das berufliche Wissen muss permanent à jour gehalten werden, um nicht plötzlich in der Situation zu sein, dass man nicht mehr gebraucht wird. Wer die Anforderungen der modernen Arbeitswelt erfolgreich bewältigen kann und ein Unternehmertyp ist, hat durchaus auch Chancen sich mit einem eigenen Geschäft durchsetzen zu können.  

Beim Start als selbständiger Unternehmer oder Unternehmerin ist es so, wie wenn ein Fisch vom Aquarium in den See geschüttet wird. Es ist niemand da, der auf einem gewartet hat, aber es sind viele da, die einem mit Argusaugen beobachten und nur darauf warten wie lange es geht bis man wieder weg ist. Wenn man sich ernsthaft mit dem Gedanken einer beruflichen Selbständigkeit bzw. einer Unternehmensgründung beschäftigt, ist es wichtig, sich von Anfang dieser Realität bewusst zu sein.

Nach persönlichen und familiären Abklärungen braucht es primär eine klare Vision bezüglich des zukünftigen Leistungsangebots. Wer sind die Zielkunden? Was für Bedürfnisse können wie befriedigt werden? Wo und wie kann gegenüber Mitbewerbern ein klarer Vorteil angeboten werden? Die vorhandene Vision muss dann mit harter Arbeit und Durchhaltewille umgesetzt werden. Die Startphase ist immer eine Aufbauphase wo der Ertrag in einem schlechten Verhältnis zum Aufwand steht. Wenn Jungunternehmer scheitern, ist dies meistens weil der Start- und Initialisierungsaufwand unterschätzt wurde und ihnen in der Anfangsphase mangels genügender Erträge die Luft ausgeht. Abgesehen vom eigentlichen Produkt, sind die Anfangskosten und der Faktor Zeit entscheidend, ob das Jungunternehmen überleben kann. Die Kosten müssen tief gehalten werden, damit mit einem minimalen Ertrag so lange durchgehalten werden kann bis die budgetierten Erträge effektiv fliessen.

Der Kunde will schlussendlich immer einen optimalen Nutzen d.h. möglichst tiefe Kosten und möglichst hohe Qualität. Das ist die Realität des durch Verdrängung geprägten Marktes in dem sich das Jungunternehmen einen Platz erarbeiten muss. Verkaufstalent ist zwar wichtig aber nicht unbedingt entscheidend für den längerfristigen Erfolg. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sich Qualität bezahlt macht und jeder zufriedene Kunde früher oder später einen neuen Auftrag oder weiteren Kunden bringen wird.