Eingeschränkte Revision (KMU-Revision)

Die "KMU-Revision" ist eine Prüfung mit Einschränkungen hinsichtlich Umfang und Tiefe der Prüfungshandlungen. Das Vorgehen des Prüfers ist grundsätzlich gleich wie bei der normalen bzw. ordentlichen Revision. In einem ersten Schritt verschafft sich der Revisor Verständnis und Kenntnis über das zu prüfende Unternehmen. Danach erfolgt mit einer kritischen Grundhaltung (Stichhaltigkeit der erlangten Informationen und Unterlagen wird hinterfragt) eine Evaluation der Risiken bezüglich möglichen Unsicherheiten oder Falschaussagen in der Jahresrechnung. Die Erkenntnisse aus der ersten Informationsbeschaffung und Analyse fliessen in den Prüfungsplan, in welchem schliesslich die konkreten Prüfungsschritte festgelegt werden. Die Prüfungshandlungen sind weitere Befragungen über Sachverhalte, Prüfungsnachweise bezüglich Bestand und Bewertung von Bilanzpositionen und nötigenfalls Detailprüfungen auf Belegebene.

Prüfungsgegenstand der "Eingeschränkten Revision" sind einzig Gesetzes- und Statutenkonformität der Jahresrechnung (Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang) und der Antrag des obersten Leitungsorgans über die Verwendung des Bilanzgewinnes. In seiner Prüfungsaussage hält der Prüfer so auch fest:

  • Bei unserer Prüfung sind wir nicht auf Sachverhalte gestossen, aus denen wir schliessen müssten, dass die Jahresrechnung sowie der Antrag über die Verwendung des Bilanzgewinns nicht Gesetz und Statuten entsprechen.

Die erste Prüfungsbestätigung entspricht im Ergebnis der Aussage, dass die Jahresrechnung Gesetz und Statuten entspricht. Mit der "negativen" Formulierung soll aber zum Ausdruck gebracht werden, dass bedingt durch die "eingeschränkten" Prüfungshandlungen auch nur eine begrenzte "Urteilssicherheit" hinsichtlich wesentlichen Falschaussagen in der Jahresrechnung erwartet und bestätigt werden kann. Bei der typischen KMU-Revision ist dieser Ansatz jedoch sehr theoretisch, denn der erfahrene Wirtschaftsprüfer kommt auch mit eingeschränkten Prüfungshandlungen realtiv schnell zu einer sehr hohen Prüfungssicherheit bezüglich der wesentlichen Inhalte der Jahresrechnung. Die zweite Bestätigung ist rein formeller Natur und bezieht sich primär auf die Einhaltung der gesetzlichen Reservezuweisungsvorschriften von Art. 671 OR.

Der Revisionsstelle kommt rechtlich eine Organschaft zu, sie wird durch die Aktionäre oder Gesellschafter auf oberster formeller Ebene der jeweiligen Rechtsform gewählt; so:

  • durch die Generalversammlung einer Aktiengesellschaft (Art. 698, Abs. 2, Ziff 2 OR)
  • durch die Gesellschafterversammlung einer GmbH (Art. 804, Abs. 2, Ziff. 3 OR)
  • durch die Generalversammlung einer Genossenschaft (Art. 879, Abs. 2, Ziff. 2 OR)
  • das oberste Stiftungsorgan einer Stiftung (Art. 83b, Abs. 1, ZGB)