Strategie

Zur Oberleitung eines Unternehmens gehört primär auch die strategische Führung. Dafür braucht es eine unternehmerische Vision, ein griffiges Firmenleitbild sowie eine klar definierte Geschäftspolitik. Die Vision kann als gewünschte Erfolgsgeschichte und das Leitbild als Richtschnur für die unternehmerische Tätigkeit betrachtet werden. Als Strategie oder Geschäftspolitik wird der Weg bezeichnet, auf dem die längerfristigen Zielsetzungen des Unternehmens erreicht werden sollen. Die drei strategischen Grundfragen lauten:

  • Was wollen wir erreichen?
  • Wie wollen wir uns im Markt profilieren?
  • Welche Massnahmen und Ressourcen sind notwendig, um unsere Ziele zu erreichen?

Strategische Ziele festlegen - Der Verwaltungsrat muss die stratgegische Zielsetzungen für das Unternehmen festlegen und immer wieder kritisch überprüfen und hinterfragen. Die strategische Planung und die Definition der operativen Massnehmen sind Aufgaben der Geschäftsleitung. Eine mittelfristige Planung (z.B. in Form eines Businessplans) kann dabei ein wichtiges Kontrollinstrument für den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung sein.

Stärken und Schwächen sowie Chancen und Gefahren kennen - Um eine erfolgsversprechende Unternehmensstrategie entwickeln zu können, muss man die relativen Stärken und Schwächen des Unternehmens im Vergleich zu den wichtigsten Konkurrenten sehr genau kennen. Dabei wertvoll sind aussagefähige Vergleichszahlen von ähnlich gelagerten Unternehmen (Benchmarketing). Durch Mitgliedschaft in einer Erfa-Gruppe können ebenfalls interessante Erkenntnisse gewonnen werden (auch wenn diese nicht direkt und offen kommuniziert werden). In der Betriebswirtschaftslehre ist auch die SWOT-Analyse als ein bewährtes Instrument bekannt, um die Stärken (Strengths) und Schwächen (Weaknesses) sowie die Chancen (Opportunities) und Gefahren (Threats) eines Unternehmens oder eines Geschäftsbereichs systematisch zu erfassen.

Wertschöpfungsstrategien auf Erfolgsfaktoren fokussieren - Für die meisten Unternehmen gibt es eine verhältnismässig kleine Anzahl von wirklich entscheidenden Erfolgsfaktoren, die den grössten Teil des Wertschöpfungspotenzials ausmachen. Der Verwaltungsrat muss diese Wertschöpfungspotenziale (Value drivers) kennen und ihre Mechanismen verstehen, um die richtigen Fragen zu stellen und wertschaffende Entscheide zu fällen. Wenn ein Unternehmen z.B. eine kritische Umsatzgrösse hat, bringt eine Steigerung des Umsatzes durch Erweiterung des Geschäftes unter Umständen mehr Erfolg als ein Kostensparprogramm.

Rasch und risikobewusst handeln - Wer überdurchschnittlichen Erfolg haben will, muss rascher handeln und besser kalkulierbare Risiken eingehen als seine Mitbewerber. Damit nimmt man aber auch in Kauf, mehr Fehler zu machen, die wiederum schneller korrigiert werden müssen. Vielfach ist es entscheidend, mit neuen Technologien, auf neuen Märkten oder über neue Vertriebswege einen Marktvorteil zu erlangen, solange die betreffenden Marktchancen noch nicht durch eine Vielzahl von Mitbewerbern ausgeschöpft werden. Das stellt an Verwaltungsrat und Geschäftsleitung hohe Anforderungen bezüglich ihrer Prognose- und Planungsfähigkeiten.