Rechnungslegung Aktienrecht altes Recht

Art. 663e - Konzernrechnung: Fasst die Gesellschaft durch Stimmenmehrheit oder auf andere Weise eine oder mehrere Gesellschaften unter einheitlicher Leitung zusammen (Konzern), so erstellt sie eine konsolidierte Jahresrechnung (Konzernrechnung).

Die Konsolidierungspflicht besteht ab dem Moment, wo das Unternehmen zusammen mit seinen Untergesellschaften zwei der Grössenkriterien

  • Bilanzsumme von 10 Millionen Franken;
  • Umsatzerlös von 20 Millionen Franken;
  • 200 Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt;

überschreitet. In Abweichung zu den Grössenkriterien für eine ordentliche Revision (sowie der Bestätigung der Existenz eines internen Kontrollsystems), gelten hier im alten Rechnungslegungsrecht noch 200 und nicht 250 Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt. Die Grenzwerte bei der Bilanzsumme sowie beim Umsatzerlös wurden zudem im neuen Rechnungslegungsrecht verdoppelt.

Eine Konzernrechnung ist unter folgenden Voraussetzungen immer zu erstellen:

  • Die Gesellschaft ist an einer Börse kotiert
  • Die Gesellschaft hat ausstehende Anleihensobligationen
  • Aktionäre mit mindestens 10% Beteiligung verlangen es
  • Eine möglichst zuverlässige Beurteilung der Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft ist nur über eine Konsolidierung möglich

Auch bei auf den ersten Blick "kleineren" Gesellschaftsstrukturen kann eine Konsolidierungspflicht entstehen, wenn verschiedene wechselseitige Verknüpfungen und Abhängigkeiten dazu führen, dass das konsolidierte Gesamtbild voraussichtlich einen ganz anderen Eindruck bezüglich Vermögens- und Ertragslage ergibt als die isolierte Betrachtung von bestimmten Einzelabschlüssen. Das nicht Einhalten dieser klaren Gesetzesbestimmung kann im Schadenfall zusammen mit einer diesbezüglichen Sorgfaltspflichtverletzung zu Haftungsrisiken führen. Bei komplexen und undurchsichtigen Verhältnissen sollte also unbedingt mindestens summarisch eine konsolidierte Jahresrechnung erstellt werden, um die finanzielle Lage korrekt beurteilen zu können